Weil alle gewinnen:

Gemeinschaftsschule als neue Schulform in Sachsen

In anderen Bundesländern ist es längst Standard: Kinder können gemeinsam bis zur 10. Klasse lernen. Jedes Kind kann sich in seinem Tempo entwickeln und dann – wenn es an der Zeit ist – entscheiden, welchen Abschluss es anstreben möchte. In Sachsen geht das leider nicht (außer in den beiden Modellprojekten in Leipzig und in Chemnitz). Hier werden Schüler bereits in der 4. Klasse nach Leistung „sortiert“. Das ist viel zu zeitig, wie wir aus Studien wissen. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass auch in Sachsen die Schulform „Gemeinschaftsschule“ möglich wird.

Informationen

Die wichtigsten Argumente zum Volksantrag

Was ist eine "Gemeinschaftsschule"?
Die beiden zentralen Merkmale der Gemeinschaftsschule sind das Längere gemeinsame Lernen und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Diese können in einem gemeinsamen Bildungsgang eine allgemeine, berufsvorbereitende und vertiefte allgemeine Bildung erwerben. Die Gemeinschaftsschule umfasst die Primarstufe (Klassenstufen 1 bis 4), die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5 bis 10) sowie die Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11 und 12 bzw. 13). Die Schülerinnen und Schüler können in diesem Rahmen den Hauptschulabschluss, den qualifizierenden Hauptschul­abschluss, den Realschulabschluss oder die allgemeine Hochschul­reife erwerben. Sie lernen gemein­sam in ihren Klassenverbänden oder jahrgangs­übergreifenden Lerngruppen, werden nicht nach Leistungsgruppen getrennt, sondern im vor­wiegend binnen­differen­zierenden Unterricht ihren Leistungsmöglichkeiten, Bega­bun­gen und Bildungsabsichten entsprechend individuell gefördert. Ab Klassenstufe 9 kann je nach Leistungsstand und angestrebtem Abschluss abschlussbezogenes Lernen erfolgen.

Na, überzeugt? Dann unterzeichnen Sie jetzt den Volksantrag
„Längeres gemeinsames Lernen in Sachsen“ mit dem
„Gesetz zur Einführung der Gemeinschaftsschule im Freistaat Sachsen“!

Wodurch zeichnet sich der Unterricht an einer Gemeinschaftsschule aus?

Gemeinsames Lernen hat den Vorteil, dass in einer Lerngruppe Kinder mit unterschiedlichen Begabungen und Interessen zusammenkommen, die miteinander und voneinander lernen. Dazu ist jedoch eine besondere Lernkultur mit Lerngemeinschaften und kooperativen Lernformen erforderlich, in der eine konsequente individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes erfolgt. Jedes Kind kann seine eigenen Leistungsmöglichkeiten und seine kommunikativen und sozialen Fähigkeiten auf vielfältige Weise weiterentwickeln. Auch die Lehrkräfte können sich, während die Gruppe weiterarbeitet, gezielt um einzelne Lernende kümmern, sie fachlich und lernmethodisch unterstützen, ihnen Aufgaben geben, die ihrem speziellen Leistungsstand entsprechen oder sie zum Lernen ermutigen. So erhalten alle Schülerinnen und Schüler verbesserte Lernchancen, unabhängig von speziellen Förder- und Unterstützungsbedarfen oder besondere Begabungen. Dieser Anspruch lässt sich optimal nur langfristig in einem entwicklungsoffenen Bildungsgang ohne Brüche oder Wechsel zwischen verschiedenen Schularten verwirklichen.

Die wichtigsten Argumente zum Volksantrag

Eine Möglichkeit mehr

Die Gemeinschaftsschule wird als gleichberechtigte weitere Schulart eingeführt. Sie kann an einem Schulstandort auf zwei Wegen gebildet werden: Entweder beschließt die Kommune als Schulträger, eine Gemeinschaftsschule neu einzurichten. Oder Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler beschließen gemeinsam mit dem Schulträger, dass die eigene Grundschule, Oberschule bzw. das eigene Gymnasium zur Gemeinschaftsschule weiterentwickelt wird.

Wer gemeinsam gelernt hat, hält auch später zusammen

Kinder, die gemeinsam die Pubertät erlebt haben, bleiben auch später im Leben oft befreundet. Damit trägt die Gemeinschaftsschule auch zu mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft bei.

Gelebte Inklusion - Schule für Alle

Niemand kann vorhersagen, welchen Bildungsweg ein zehnjähriges Kind meistern kann. Werden die jungen Menschen trotzdem weiter nach der 4. Klasse nach Schularten sortiert, wirkt sich das bei vielen auf ihr ganzes Leben aus – oft negativ. Alle Kinder sollten alle Möglichkeiten behalten und bis zum Abschluss zeigen können, was in ihnen steckt! Das lindert auch soziale Ungleichheit: Bisher haben Kinder, deren Eltern nicht studiert haben, geringere Chancen auf das Abitur als Kinder aus Akademikerfamilien. In sieben Bundesländern gehören Gemeinschaftsschulen schon heute zur Schullandschaft. Mit Blick ins Nachbarbundesland Thüringen stellt man fest, dass in den letzten Jahren 65 Gemeinschaftsschulen entstanden sind – dort profitieren über 15.000 Schülerinnen und Schüler von dieser Schulart.

Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf werden auch an Gemeinschaftsschulen individuell gefördert und inklusiv unterrichtet.

Das kannst Du tun:

Informiere Dich. Unterschreibe. Informiere Dein Umfeld und sammle Unterschriften. Voraussichtlich im Herbst kommt der Antrag dann in den Landtag.

Was sagt die Wissenschaft?

Gemeinschaftsschulen oder Gesamtschulen sind keine neue Erfindung. Im deutschen Schulsystem gibt es jahrzehntelange Erfahrung mit diesem Schultyp und entsprechende Erkenntnisse aus der Bildungsforschung. Hier kannst Du weiterlesen:

Unterschreibe!